Ausschnitt aus dem 2.Band
Er: Man kann nicht über seinen Schatten springen.
Sie: Über was sollte man sonst springen.
Er: Das Einfache, Einfachste ist das Schwierige, Schwierigste. Ich habe
es geahnt. Religionsstifter fühlen den Abgrund ihrer Verlorenheit und
werden von Tausenden, von Millionen von Anhängern beruhigt.
Sie: Eine zärtliche Geste ist etwas, das in sich bleibt, innerhalb seiner
Grenzen, ohne Forderung, und gerade so schutzlos.
Er: Seit ich erfahren habe, daß sich der Geheimdienst für mich interessiert,
ist mein Selbstbewußtsein gestiegen. Endlich interessieren sie sich für
mich. Aber ob sie mich auch verstehen?
Sie: Ich streichle einen Hund, der sich mir zutraulich genähert hat, er läßt
sich kraulen, am Hals, hinter den Ohren, plötzlich beißt er mich in die
Hand. Ein Traum, was sonst. Meine Hand blutet, zwei Wunden sind zu
sehen. Noch immer ein Traum. Ich erinnere mich. Anscheinend bin ich
wach.
Er: Wie die Unsterblichen, d.h. die Toten uns sehen, unsere Gespräche,
unsere Bettlektüre, unseren Schlaf.
Sie: Ohne Schmerz kann ich mich zerstreuen - der Schmerz konzentriert mich.
Ich denke nur an das Eine.
Er: Je mehr Menschen zusammenkommen, desto ernster wird alles.
Sie: Mein Wunsch: ein einfaches, geräuschloses Leben. Der Lärm meiner
Umgebung.
Er: Einmal ganz aufrichtig sein, damit einem nachher alle Lügen geglaubt
werden. ...
Sie: Jemand macht einen Kurs in Höflichkeit, an einem Institut für die
Ausbildung der Höflichkeit, besteht die Abschlußprüfung mit Note 1,
und rempelt auf dem Heimweg nach der Prüfung mehrere Passanten an.
Er: Bleib doch endlich beim Thema! Bleib doch endlich beim Thema!
Sie: Und du? Und du? Und du? Und du?
685 Seiten, 34.- €
ISBN 3-88410-030-0
Dieses Buch portofrei direkt beim Verlag bestellen
Verlag Kunst und Alltag: Zur Startseite